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Eheschließung in der Türkei

A. Grundsätzliches

Nach türkischem Recht können Eheschließungen in der Türkei nur vor den lokalen zuständigen Behörden (türkische Standesbeamte) vollzogen werden. Beim Deutschen Generalkonsul sind Eheschließungen hingegen nicht möglich.

B. Voraussetzungen

Die türkischen Standesämter verlangen zwingend für Eheschließung zwischen einem deutschem und einem türkischen Staatsangehörigen in der Türkei folgende Unterlagen:

1. Internationales Ehefähigkeitszeugnis des deutschen Ehepartners

2. Internationale Geburtsurkunde des deutschen Verlobten

3. Deutscher Pass oder Personalausweis

4. Wohnsitzbescheinigung mit Angabe des Familienstands, ausgestellt durch die für den (letzten) deutschen Wohnort zuständige Meldebehörde;

5. Mehrere Passbilder des deutschen Ehepartners

6. Gesundheitszeugnis eines staatlichen Krankenhauses bzw. einer staatlichen Poliklinik des deutschen Verlobten

C. Ehefähigkeitszeugnis

Das Ehefähigkeitszeugnis muss beim deutschen Standesamt am Wohnsitz bzw. letzten Wohnsitz des deutschen Verlobten schriftlich beantragt werden. Wird das Ehefähigkeitszeugnis auf dem Postweg beantragt, so muss der deutsche Verlobte eine Unterschriftsbeglaubigung beim deutschen Generalkonsulat vornehmen lassen. Ein Ehefähigkeitszeugnis kann nicht vor Ort durch die deutsche Vertretung ausgestellt werden auch können die Unterlagen nicht vom Generalkonsulat übersendet werden. Sollte sich der deutsche Ehepartner noch nie oder nur vorübergehend in Deutschland aufgehalten haben, so ist das Standesamt I in Berlin, Schönstedtstr. 5, 13357 Berlin, für die Ausstellung des internationalen Ehefähigkeitszeugnisses zuständig.

Antragsformulare für das Ehefähigkeitszeugnis sind beim deutschen Generalkonsulat erhältlich. Einem Antrag auf Ausstellung eines Ehefähigkeitszeugnisses sind folgende Unterlagen beider Verlobter beizufügen:

Vom deutschen Verlobten:

1. Internationale Geburtsurkunde, Abstammungsurkunde oder beglaubigte Abschrift aus dem Familienbuch der Eltern

2. Staatsangehörigkeitsnachweis (z.B.: beglaubigte Fotokopie des Reisepasses)

3. Wohnsitzbescheinigung mit Angabe des Familienstandes, ausgestellt durch die für den (letzten) deutschen Wohnort zuständige Meldebehörde

4. gegebenenfalls: Nachweis über die Schließung und Auflösung vorheriger Ehen (Scheidungsurteil mit Rechtskraftvermerk, Sterbeurkunde, bei ausländischen Scheidungsurteilen ggf. Anerkennungsbescheinigung der deutschen Justizbehörde)

Vom türkischen Verlobten:

1. Auszug aus dem Personenstandsregister (açıklamalı nüfus kayıt örneği)

2. Internationale Geburtsurkunde (uluslararası doğum kayıt örneği, Formül A);

3. Wohnsitzbescheinigung (ikâmetgâh ilmuhaberi);

4. Staatsangehörigkeitsnachweis (nüfus kayıt sureti veya pasaport fotokopisi);

5. gegebenenfalls: Heiratsurkunde(n) und Scheidungsurteil(e) bzw. Sterbeurkunde(n) (daha önce evlenmiş olan kişilerdenevlenme kayıt örneği veya kesinleşmiş boşanma kararı veya ölüm kaydı)

Den türkischen Unterlagen müssen Übersetzung beigefügt werden. Eine Ausnahme besteht für die Personenstandsurkunden (Formül A, B oder C), da diese mehrsprachig ausgestellt werden. Zusätzlich müssen alle türkischen Urkunden (außer die internationalen Personenstandsurkunden Formüş A, B oder C) mit einer Apostille versehen werden.

Im Einzelfall kann das Standesamt welches den Antrag auf Ausstellung eines Ehefähigkeitszeugnisses bearbeitet, weiter Unterlagen (z.B.: bei Minderjährigen) für erforderlich erachten. Es wird daher empfohlen, direkten Kontakt mit dem zuständigen Standesbeamten aufzunehmen.

Vorbereitet von:

Rechtsanwältin Imren Yilmaz

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